Römer und Germanen, Kaiser und Bischöfe, ein Maler und ein Architekt hinterließen in Osnabrück und Umgebung ihre Spuren.

 
Maske eines römischen Gesichtshelms (TOL1)

Wo die Römer frech geworden

Das Osnabrücker Bergland zwischen den Ausläufern von Teutoburger Wald und Wiehengebirge war vermutlich Schauplatz der berühmten Varus-Schlacht. Dafür sprechen archäologische Funde aus Kalkriese bei Bramsche. Dort haben offenbar die Germanen unter ihrem Anführer Arminius im Jahre 9 nach Christus die von Varus kommandierten römischen Legionen vernichtet.

 
Giebelhäuser auf dem Osnabrücker Marktplatz (TOL)

Bischofssitz und Friedensstadt

Die Stadt Osnabrück geht zurück auf einen Bischofssitz, den Karl d. Gr. 780 am Knotenpunkt alter Handelsstraßen gründete. Rasch entwickelte sich eine Handelssiedlung, die später auch zur Hanse gehörte. Noch heute liegt die Bischofs-, Universitäts- und Industriestadt am Schnittpunkt wichtiger Fernverkehrsverbindungen. 1643-48 war Osnabrück Verhandlungsort zwischen dem Kaiser und den evangelischen Reichsständen bzw. Schweden über die Friedensverträge zur Beendigung des Dreißigjährigen Krieges (Westfälischer Frieden). Daher fühlt sich die Stadt bis heute dem Friedensgedanken besonders verbunden. Dies kommt z.B. in der Verleihung des Erich-Maria Remarque-Friedenspreises zur Erinnerung an das Lebenswerk des aus Osnabrück stammenden Schriftstellers zum Ausdruck.

 

Industrie-Kultur

1815 fiel Osnabrück an das Königreich Hannover. Mit dessen Annexion durch Preußen 1866 wurde die Stadt bis 1946 Teil der preußischen Provinz Hannover. In dieser Zeit entwickelte sich in der Stadt und im Umland bedeutende Industrie durch die Nutzung der bereits im Mittelalter bekannten und geförderten Bodenschätze des Osnabrücker Berglandes. Neben der Schwerindustrie spielten einst die Leinen- und Wollweberei sowie der Tuchhandel eine wichtige Rolle, an deren Stelle heute zahlreiche andere Industriezweige getreten sind. Im Osnabrücker Bergland entwickelten sich außerdem eine Reihe von Kur- und Badeorten, da tektonische Strukturen hier zahlreiche Mineral- und Heilquellen zutage treten lassen.

 
Felix-Nussbaum-Haus (OSBH

Ein Maler und sein Architekt

Obwohl Osnabrück im Zweiten Weltkrieg stark zerstört wurde, präsentiert sich der historische Stadtkern mit Dom und Schloss heute in vielen Teilen wiederhergestellt. Unter den modernen Bauten sticht das von dem amerikanischen Stararchitekten Daniel Libeskind entworfene Felix-Nussbaum-Haus hervor. Es würdigt Leben und Werk des im Dritten Reich ermordeten Osnabrücker Malers.

Dr. Beate Bollmann