In direkter Nähe zur Hansestadt Bremen liegt der Landkreis Osterholz. Im Norden grenzt der Landkreis an den Landkreis Cuxhaven, im Osten an den Landkreis Rotenburg (Wümme) und im Südosten an den Landkreis Verden. Im Westen schließt sich jenseits der Weser der Landkreis Wesermarsch an. Der Landkreis Osterholz besteht aus der Stadt Osterholz-Scharmbeck, der Samtgemeinde Hambergen, den Gemeinden Grasberg, Lilienthal, Ritterhude und Schwanewede und der „Künstlerkolonie“ Worpswede. Der Landkreis umfasst eine Gesamtfläche von mehr als 650 Quadratkilometern, was bei einer Einwohnerzahl von über 112.000, einer Bevölkerungsdichte von 173 Einwohnern je Quadratkilometer entspricht. Durch die beiden Hauptverkehrsachsen A 27 und B 74 ist der Landkreis eng an den Wirtschaftsraum Bremen-Unterweser angebunden. Darüber hinaus ist der Landkreis Mitglied in der Metropolregion Oldenburg-Bremen. Charakteristisch für die Landschaft der Region ist das sogenannte „Teufelsmoor“, eines der größten zusammenhängenden Mooren Nordwestdeutschlands. Bereits seit dem 13. Jahrhundert ist eine Besiedlung des Teufelsmoores nachweisbar, eine planmäßige Entwässerung und Ansieldung von Kolonisten hingegen erst seit Mitte des 18. Jh. unter Leitung des hannoverschen Moorkommissars Jürgen Christian Findorff. Die Menschen, die in die neu gegründeten Dörfer, wie beispielsweise Neu-Sankt Jürgen (1753), zogen, waren hauptsächlich Häuslinge (Hofarbeiter) oder nachgeborene Bauernsöhne aus den angrenzenden Geestdörfern oder den älteren Moorsiedlungen. Aufgrund der Tatsache, dass das nasse Land noch nicht kultiviert und somit nicht zur Landwirtschaft geeignet war, mussten die Siedler der ersten Generation Torf stechen und damit Handel treiben. Aus dieser Zeit des Torfstechens stammt die Bezeichnung "Jan von Moor" wie die Torfschiffer und Torfbauern seit Mitte des 19. Jahrhunderts genannt wurden. Dabei handelt es sich um eine allgemeine, charakteristische Bezeichnung für die Moorbauern: Der typische "Jan von Moor" galt als zäh, arbeitsam und hatte den Schalk im Nacken. Dabei war das Leben der Kolonisten alles andere als leicht, da sie oft sehr dürftig in spärlichen Moorkaten zusammen mit ihrem Vieh wohnen mussten und aufgrund der herrschenden Nässe und Kälte häufig von Krankheiten heimgesucht wurden. Erst durch die schwere Arbeit mehrer Generationen konnte der Boden allmählich nutzbar gemacht werden. Das Land wurde entwässert, indem man Gräben und Kanäle zog, die man gleichzeitig als Wasserstraße nutzte. Nur vereinzelt waren Dämme wie der Alte Pennigbütteler Damm vorhanden, die man als Landstraße hätte befahren können. Erst nach und nach wurde das Leben im Teufelsmoor erträglicher, wovon der Spruch zeugt: "Den eersten sien Dot, den tweeten sien Not, den drütten sien Brot“.

Landkreis Osterholz
Osterholzer Straße 23
27711 Osterholz-Scharmbeck
Tel.: 04791/9300