Saftig grüne Wiesen, eine wunderschöne Parklandschaft und riesige Bauernhöfe, wohin die Blicke schweifen: Das Artland schmückt sich nicht nur mit einer einzigartigen Landschaft, sondern vor allem mit seiner außergewöhnlichen Bauernhofkultur. Nirgendwo sonst sind so viele denkmalgeschützte Hofanlagen zu sehen als hier im Norden des Osnabrücker Landes. Wer rund um die Burgmannstadt Quakenbrück, beispielsweise auf der schönen Artland-Rad-Tour unterwegs ist, kann die herausragenden bäuerlichen „Kunstwerke“ bestaunen und das Ambiente im „Freilichtmuseum“ Artland genießen.

 
Fachwerkhof auf der Artland-Rad-Tour (TOL)

Kunstvoll verzierte Giebel

Denn die Kulturlandschaft ist wahrlich einmalig. Hervorgebracht wurde sie von der Natur selbst. Der Fluss Hase überschwemmte das Land und sorgte auf diese Weise für äußerst fruchtbare Böden. Die Bauern wussten den Segen der Natur zu schätzen und brachten es zu enormem Reichtum. Sie waren stolz auf das, was sie geschafft hatten und zeigten dies mit dem Bau ihrer riesigen Hofanlagen. Mit den bis zu sieben einzelnen Gebäuden erinnern sie gar an kleine Dörfer. Nicht nur die Größe ist beeindruckend. Wie wohlhabend die Bauern einst waren, ist heute vor allem an den prächtigen kunstvoll verzierten Giebeln sichtbar. Mehr als 100 Höfe stehen inzwischen unter Denkmalschutz. Die Bauernhofkultur und das vielfach als „Ideallandschaft“ im norddeutschen Raum bezeichnete Artland hatte bereits die Organisation der Vereinten Nationen, die UNESCO, aufmerksam gemacht: Die Region war zeitweilig als UNESCO-Weltkulturerbe im Gespräch. Ein Grund mehr, sich bei der jährlich stattfindenden Großveranstaltung „Kulturschatz Artland live“ ein Bild von der Schönheit der denkmalgeschützten Höfe zu machen. Die Bauernhäuser öffnen ihre Tore und bieten ländliche Spezialitäten an. Der Norden des Osnabrücker Landes präsentiert seinen ganzen sehenswerten Kulturschatz.

 
Draisinefahrt im Osnabrücker Land (TOL)

Artland aktiv erleben

Wer seinen Urlaub am liebsten aktiv angeht, muss im Artland nicht auf sein Hobby verzichten. Ob die Besucher gerne wandern, radeln oder den Golfschläger schwingen möchten – überall bieten sich ihnen zahlreiche Gelegenheiten, sich sportlich zu betätigen. So erwartet die Gäste im Artland Golfclub in Ankum ein wunderschön gelegener 18-Loch-Platz, der das ganze Jahr bespielbar ist. Und auch Menschen ohne Handicap können im Artland dem Golfsport frönen. In der legeren Variante nennt sich das Erlebnis „Swin-Golf“. Wer mag, kann sein Können auf Gut Vehr , einer denkmalgeschützten Hofanlage am Stadtrand von Quakenbrück, unter Beweis stellen. In einer einmaligen Atmosphäre können auf zehn Hektar Fläche die Golfbälle in die vorhandenen 18 Löcher geschlagen werden. Ein Vergnügen ganz anderer Art ist eine Draisinen-Fahrt. Zwischen Quakenbrück und Nortrup auf einer stillgelegten Bahnstrecke sind Ausflügler mit Handhebel-Draisinen unterwegs. Für Gruppen wurden spezielle Angebote ausgearbeitet, so dass auf dem Weg zum Beispiel gegrillt werden kann. Ideal für einen Familienausflug sind die Fahrrad-Draisinen. Auf der Strecke von Nortrup bis Fürstenau müssen die wackeren Teilnehmer kräftig in die Pedalen treten, um mit dem Vehikel auf den Schienen voranzukommen.

 
Markttreiben in Quakenbrück (TOL)

Vielfalt auf der Artland-Rad-Tour

Apropos in die Pedale treten: Einen Eindruck von der Bauernhof-Vielfalt bekommt der Gast am besten auf der beliebten Artland-Rad-Tour. Mit den überwiegend flachen Strecken und seinen Feldern, Wiesen und Wäldern kann man das Artland hervorragend mit dem Fahrrad erfahren. Schließlich liegen zahlreiche touristische Höhepunkte an dem 175 Kilometer langen Weg. Abwechslung ist also garantiert. Schon am Startpunkt in Quakenbrück sollte man aufgrund der zahlreichen Sehenswürdigkeiten vor Ort etwas länger verweilen. Hier sind die Radler übrigens auch auf ungewohnten Wegen unterwegs, beispielsweise auf dem Poggenpad: Froschspuren auf dem Pflaster führen die Besucher zu den beiden Kirchen St. Marien und St. Sylvester, zum Stadtmuseum und zur hohen Pforte, dem ehemaligen Stadttor. Viele historische Giebelhäuser liegen außerdem an der Strecke. So bekommen die Radelfreunde bereits einen Vorgeschmack auf die berühmte Giebelmeile, die im hübschen historischen Ortskern von Gehrde zu bewundern ist. Über Alfhausen geht es weiter nach Ankum zum „Artländer Dom“, wie die St. Nikolaus Kirche im Volksmund genannt wird. Und wahrlich fürstlich geht es schließlich in dem Ort Fürstenau zu: Die imposante Schlossanlage lädt zur Besichtigung ein. Wer sich für malerische Schlösser und Burgen interessiert, kann sich auf einen weiteren Höhepunkt freuen. Auch in Nortrup lohnt sich ein Stopp am 1691 erbauten Wasserschloss Hammerstein-Loxten. Die ganze natürliche Schönheit der Landschaft wird beim Radeln durch den Börsteler Wald erfahrbar. In völliger Abgeschiedenheit befindet sich dort das Stift Börstel, das mit dem Museum besichtigt werden kann. Durch herrliche Natur geht es für die Radler zurück nach Quakenbrück.

 
Schloss Fürstenau (TOL)

Erholen im Artland

Nicht nur bei Bewegung in der idyllischen Natur findet der Gast Erholung. Auch für Ruhesuchende ist das Artland das richtige Ziel. Zahlreiche komfortable Hotels, schöne Restaurants und urige Cafés laden zum Entspannen ein. Der unverwechselbare Charme des Artlandes entfaltet sich ganz besonders bei einer Nacht auf einem der schmucken Höfe. So können die Gäste des Heuhotels Hildebrand in Quakenbrück ihr Haupt nachts auf duftendem weichem Heu betten. In einer historischen Scheune zu übernachten übt besonders auf Familien mit Kindern einen speziellen Reiz aus. Bäuerlich gemütlich geht es auch in vielen Dielenrestaurants und Backhäusern im Artland zu. Eines davon ist der Hof Elting-Bußmeyer . Hier genießen Gäste das Ambiente der schönen Hofanlage, lassen sich mit hausgemachtem Kuchen verwöhnen und schauen sich im Hofladen nach kulinarischen Souvenirs, leckeren Produkten aus heimischer Landwirtschaft, um. Aber wann und wo auch immer man einkehrt: Sich im Artland wohl zu fühlen ist kein Kunststück.

Angelika Hoffstädt

Weitere Informationen:
Tourismusverband Osnabrücker Land e. V.
Postfach 41 49, 49031 Osnabrück
Tel.: 0541/95111-95, Fax.: 0541/95111-20
e-Mail: This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.