Wer durch das Osnabrücker Land reist, wandelt auf geschichtsträchtigem Boden: Mit der berühmten Varusschlacht in Kalkriese war das Osnabrücker Land schon vor 2000 Jahren Schauplatz eines Kampfes zwischen Römern und Germanen, der einen Wendepunkt in der gesamten europäischen Geschichte bedeuten sollte. In friedlicher Absicht kamen dagegen im 17. Jahrhundert Gesandte aus ganz Europa nach Osnabrück, um nach langem zähem diplomatischem Ringen 1648 den Westfälischen Frieden zu beschließen. Krieg und Frieden: Zwei Ereignisse, die nicht nur im Osnabrücker Land Spuren hinterlassen haben, sondern Kultur und Geschichte in Europa eine neue Richtung gaben. Bei einem Besuch im Osnabrücker Land wird die Geschichte auf vielfältige Weise erlebbar.

 
Türgriff des Osnabrücker Rathauses (TOL)

Rathaus des Westfälischen Friedens

Zahlreiche Zeugnisse dieser Epoche sind mitten in der Stadt erhalten geblieben. Wer einen Eindruck von der Dimension des ersten gesamteuropäischen Friedenskongresses, der in Münster und Osnabrück stattfand, bekommen möchte, beginnt seinen Rundgang auf dem historischen Marktplatz. Umgeben von bunten Häusern mit den markanten Treppengiebeln, der imposanten Marienkirche, der Wiege der Osnabrücker Reformation, und der Stadtwaage, dem heutigen Standesamt, fühlt sich der Gast geradewegs in die Vergangenheit versetzt. Diese Kulisse bildete den Rahmen für die Verkündung des Westfälischen Friedens. Fünf Jahre lang hatten die Gesandten der europäischen Herrscher verhandelt, bis der Frieden am 24. Oktober 1648 beschlossenen wurde. Noch heute ist das 1512 fertig gestellte Rathaus das dominierende Gebäude am Marktplatz. Von seiner Treppe wurde das Ende des Dreißigjährigen Krieges verkündet. Besucher, die heutzutage die Stufen hinaufgehen und die Klinke an der wuchtigen Holztür hinunterdrücken, werden unweigerlich an das Geschehen erinnert. Auf der Klinke prangt das Datum des Friedensschlusses, gekrönt von einer Friedenstaube in Bronze.

 
Der Friedenssaal

Der Friedenssaal

Dass die Vergangenheit im Rathaus viele Gesichter hat, wird bei einer Besichtigung des Friedenssaales deutlich. Die Wände sind mit 42 Porträts der Teilnehmer der Friedensverhandlungen und der Herrscher jener Zeit, beispielsweise Königin Christina von Schweden und des französischen Sonnenkönigs Ludwig XIV., geschmückt. In der Schatzkammer ist eine Nachbildung des Westfälischen Friedensvertrages zu sehen.

 
Führung in der Altstadt (TOL)

Geschichte erleben

Das Rathaus als Stätte des Westfälischen Friedens ist Ziel vieler Stadtführungen, bei denen der Besucher jede Menge Wissenswertes und Spannendes über die Osnabrücker Geschichte und speziell über die Friedensverhandlungen erfährt. Ein ganz besonderes Erlebnis ist ein Rundgang mit dem Nachtwächter. Wenn der Mond über dem Rathaus und der Altstadt steht, startet die kurzweilige Tour zu den historischen Stätten. Hoch oben vom Turm der Marienkirche hat man schließlich die ganze Stadt im Mondschein unter sich.

 
Remarque-Zentrum

Die Friedensstadt Osnabrück

Kein Ereignis hat die Geschichte der mehr als 1200 Jahre alten Stadt so geprägt wie der Westfälische Frieden. Osnabrück trägt stolz den Beinamen Friedensstadt, kein Geschichtsbuch lässt die Stadt im Südwesten Niedersachsens unerwähnt. Die Tradition wird dem Besucher vielerorts deutlich: zum Beispiel im Erich Maria Remarque-Friedenszentrum am Marktplatz. Hier wird das Andenken an den berühmten Autoren des Antikriegsromans „Im Westen nichts Neues“ lebendig gehalten. Im Friedenszentrum kann sich der Gast über das Leben und Wirken des 1898 in Osnabrück geborenen Schriftstellers informieren.

 
Felix-Nussbaum-Sammlung

Das Felix-Nussbaum-Haus

Ein besonderes Zeichen für den Frieden setzte Osnabrück 1998 mit der Eröffnung des Felix-Nussbaum-Hauses, das einen Höhepunkt einer jeden Sightseeing-Tour durch die Stadt bildet. Das Haus beherbergt die weltweit größte Sammlung mit Werken des in Osnabrück geborenen und in Auschwitz ermordeten Malers. Der berühmte Architekt und Planer von Ground Zero New York, Daniel Libeskind, schuf ein Museum, dessen markante Architektur in besonderer Beziehung zum Leben des verfolgten Malers steht.

 
Maske eines römischen Gesichtshelms

Varusschlacht im Osnabrücker Land

So beeindruckend wie eine Besichtigung des Felix-Nussbaum-Hauses ist ein Besuch des Ortes, an dem vor zwei Jahrtausenden mehr als 10.000 Männer ihr Leben ließen: Kalkriese bei Bramsche ist heute das touristische Ziel im Osnabrücker Land. Schließlich gilt es inzwischen als wissenschaftlich bewiesen, dass hier im Jahre 9 n. Chr. die berüchtigte "Schlacht im Teutoburger Wald" stattfand. Als Varusschlacht ging das Gemetzel zwischen Römern und Germanen in die Geschichtsbücher ein. Lange galt es als strittig, wo Varus und seine Legionen den aufständischen Germanen in die Falle gingen. Der Hobbyarchäologe Tony Clunn brachte vor rund 15 Jahren die wissenschaftlichen Arbeiten ins Rollen. Zahlreiche Funde, darunter viele Münzen mit Prägungen vor 9 n. Chr., gab der Boden frei. Das prächtigste Fundstück ist heute das Emblem der Varusschlacht: eine Gesichtsmaske eines römischen Soldaten. Wer sich von dem Geschehen ein Bild machen möchte, hat dazu an dem Original-Schauplatz Gelegenheit. So können sich Besucher im Museum auf Spurensuche nach dem Hergang des Geschehens begeben. Im weitläufigen Park bekommen die Besucher eine Vorstellung davon, wie und wo sich die Schlacht abgespielt hat. Das gesamte Areal ist vom 40 Meter hohen Turm des Museums zu überblicken. Besuchern präsentiert sich der Schauplatz der Varusschlacht heute auch als Ort, an dem noch immer geforscht und gearbeitet wird. Live können Touristen bei Grabungen dabei sein und die Experten bei der Arbeit unterstützen. So bietet das deutschlandweit einmalige Projekt "Achtung Archäologie!" die Möglichkeit, Archäologie und Urlaub zu verbinden. Informationen zu Pauschalen gibt es beim

Tourismusverband Osnabrücker Land
Angelika Hoffstädt

Weitere Informationen: Tourismusverband Osnabrücker Land e. V.
Postfach 41 49, 49031 Osnabrück.
Tel.: 0541/95111-95, Fax.: 0541/95111-20.
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